Seit Anfang des Jahres trifft sich in Biel regelmässig eine Gruppe FAU-Mitglieder und Interessierter, um klassische Texte des Anarchosyndikalismus auf ihre philosophischen Voraussetzungen und ihr Aktualitätspotential hin zu befragen. Im Zentrum des ersten Zyklus (bis Sommer 2026) steht die gemeinsame Klärung einschlägiger Grundbegriffe und -konzepte. Dabei entscheiden die Teilnehmenden selbst, welche Fragen und Texte diskutiert werden sollen. Die Veranstaltungsreihe erfolgt in Zusammenarbeit mit philosophie.ch.
Ursprünglich bezeichnete das Wort «Athenäum» einen der Göttin Athene geweihten Versammlungsort für Gelehrte im antiken Griechenland. Im Zuge der sozialrevolutionären Befreiungskämpfe bildeten sich in Spanien Ende des 19. Jahrhunderts auch im Proletariat solche öffentliche Bildungsstätten, sogenannte ‘ateneos’ (meist mit dem Zusatz ‘libertario’ oder ‘popular’). Ihre doppelte Aufgabe bestand darin, neue politische Ideen zur Diskussion zu stellen und unter den lokalen Arbeitenden zu verbreiten sowie ihre kulturellen Aktivitäten zu befördern. Neben Debatten, Theater- und Musikaufführungen übte und vertiefte man sich in den Ateneos in den vielfältigsten Wissensgebieten. Meist verfügten die Ateneos denn auch über eine Bibliothek sowie Vorführ-, Ausstellungs- und Versammlungsräume. An diese Tradition möchten wir anknüpfen.
Der nächste Anlass zur Teilnahme für alle:
Anarcho-Syndikalismus und freie Gesellschaft. Skizzen der Transformation
13. Mai 2026, 19.30 – ca. 21.00 Uhr per Videokonferenz
Waren anarchistische Gesellschaften möglich und lebensfähig? Welche Wege zeigt uns die Geschichte für eine klassenlose, föderalistische und solidarische Gesellschaft? Über die Rolle der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaften, der politischen Verwaltung und der kulturellen Vorbedingungen spricht der Historiker Helge Döhring vom Institut für Syndikalismusforschung (SyFo, www.syfo.info) mit uns.
Weitere Daten: 1.4. / 29.4. / 13.5. / 3.6. / 24.6 von 19.30 – ca. 21.00 Uhr. Ort: Salon Gurzelen (1. Stock), Champagneallee 2, Biel
